9. Februar 2012

Wow, ich sehe das Licht

08. Oktober 2011
Wow, ich sehe das Licht

Seit dem 20.09. arbeite ich wieder an meinem Manuskript. Länger konnte ich es wirklich nicht aushalten. Da ich aber im Januar 2010 mit dem Schreiben begonnen hatte, habe ich inzwischen wahrlich genug Distanz zu meinem Text. Und da ich gerade richtig "drin" bin, wird sich diese professionelle Distanzierung (höhö) auch bis zum zuletzt Geschriebenen ziehen.
Tja, wie ist die Überarbeitung jetzt, die Mammutaufgabe, vor der es mir so lange gegraut hat? Halb so schlimm. Das Gute ist zum Beispiel, dass ich den Text nun zum ersten Mal lese. Während des Schreibens habe ich nichts korrigiert, nichtmal Tippfehler. Einfach geschrieben, geschrieben, geschrieben. So lese ich nun also zum ersten Mal, was ich damals bis heute fabriziert habe.
Manchmal runzle ich die Stirn, manchmal schlage ich die Hände über dem Kopf zusammen, manchmal lache ich mich kaputt und klopfen mir selber anerkennend auf die Schulter.
Es ist also die ganze Palette an Emotionen vorhanden.
So musste ich am Anfang sehr viel streichen, umändern, neu formulieren etc., so dass ich schon Zweifel hatte, ob dieser Text überhaupt etwas taugt. Dann wiederum komme ich an Stellen (meistens eher dialoglastige), die sich echt super anhören und über die ich beinahe hinwegfliegen kann, auch wenn mich das immer ein bisschen beunruhigt.
Aber keine Sorge, die Quittung folgt auf dem Fuße. Denn daran knüpfen oft sehr schlechte Szenen an, so dass die Blätter bis zur Unkenntlichkeit vollgekritzelt sind mit Anmerkungen und Neuformulierungen.
Es ist ganz interessant zu sehen, wie unterschiedlich ein Text sein kann, wenn man ihn über einen so langen Zeitraum schreibt. Anfangs war meine Disziplin recht spröde, so dass zwischen den einzelnen Kapiteln mitunter Tage lagen. Das erkenne ich heute. Liest sich ein vorangegangenes Kapitel noch flüssig und halbwegs durchdacht, so klingt das nächste mitunter, als hätte ich noch nie etwas davon gehört, wie man Geschichten schreibt.
Im Jahre 2010 gab es privat ein ziemlich schlimmes Ereignis, weshalb ich Monate lang nicht geschrieben habe. Dort, wo ich wieder angefangen habe, stecke ich im Moment mit der Überarbeitung.
Grauenvoll! Dass sich der Gemütszustand eines Autors dermaßen in seinen Texten manifestieren kann, hätte ich nicht gedacht. In meinem Fall heißt das aber nicht, dass es besonders emotional geschrieben ist, tieftraurig und düster, sondern, dass es grottenschlecht ist.
Ich bin schon gespannt, wie sich der Text liest, den ich in den letzten Wochen zustande gebracht habe.
Alles in allem muss ich sagen, dass die Geschichte gar nicht mal so schlecht ist. Es macht Spaß, sie zu lesen. Ihr könnt euch auf etwas freuen :)
Außerdem geht die Überarbeitung wesentlich schneller, als ich anfangs vermutet hatte. Wenn ich mich ranhalte, bin ich in etwa zwei Wochen damit fertig. Dann muss es natürlich noch auf den Computer übertragen werden.
Lange dauert's auf jeden Fall nicht mehr.

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