9. Februar 2012

Kolossia wird und der allgemeine Buchmarkt

30.12.2009
Kolossia wird und der allgemeine Buchmarkt

Ich befinde mich kurz vor der Vollendung der Kapitelplanung von Kolossia. Einen ans Herz gewachsenen Charakter habe ich sterben lassen müssen. Das ist ein komisches Gefühl. Auch wenn ich noch nicht ein Wort des Buches geschrieben habe, so fühle ich doch so etwas wie Wehmut, wenn sich die Geschichte, und sei es nur in der Planung, dem Ende neigt. Endlich, nach 5 Jahren des Überlegens, endet die Geschichte. Es bleiben keine Fragen mehr offen.
Die einzige Frage die offen bleibt ist: Bekomme ich das Ding veröffentlicht? Lange schon habe ich die Illusion einer unproblematischen Veröffentlichung über Bord geworfen. Ich weiß, dass ich als Schriftsteller nicht im Entferntesten reich werden, es sei denn, ich schreibe Bestseller. Dass aber gerade die Frage, was Bestseller sind und was nicht, entscheidend von den Geldgebern in der Buchbranche abhängt, lässt einen manchmal doch an dem Sinn des Schreibens zweifeln.
Früher schrieb man eine Geschichte, weil man eine gute Idee im Kopf hatte. War sie ungewöhnlich, experimentell oder trivial: Es machte kaum einen Unterschied. Wenn die Geschichte gut geschrieben war - und das ist immer relativ zum zeitgemäßen Geschmack - dann wurde sie verlegt. Heute hingegen wird ein Herr der Ringe nicht mehr verlegt. Er ist zu ausufernd geschrieben, zu detailliert, zu überfüllt mit scheinbar unwichtigen Informationen. Eigentlich schade, denn dadurch werden gerade die unkonventionellen Schreiber im Keime erstickt und auf den Büchertischen landet Massenware.
Ich habe so einige verstörende Ideen im Kopf, die aber sicherlich nicht dem Massenanspruch genügen würden. Nischenliteratur hat kaum eine Chance, sich zu beweisen. So bleiben sehr gute Autoren und Geschichten unentdeckt, da das Diktat der Buchkonzerne klassisch kapitalistisch auf Profit und nicht auf Erweiterung des Horizonts ausgelegt ist.
Also füge ich mich vorerst dem Massengeschmack, schreibe Fantasy. Ich würde dieses Buch jedoch nicht schreiben, wenn ich nicht ein ehrliches Interesse daran hätte, diese Geschichte zu erzählen.
Sollte ich irgendwann mal halbwegs erfolgreich sein und Publikationen vorweisen können, scheue ich mich nicht, mehr Zeit der experimentellen Literatur zu widmen.

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